2. und 3. April 2026: Karfreitagskonzert

Donnerstag, 2. April 2026, 19.30 Uhr
Freitag, 3. April 2026, 17.00 Uhr
Kirche St. Johann, Schaffhausen

Felix Mendelssohn Bartholdy
Paulus op. 36

Şen Acar, Sopran
Rolf Romei, Tenor
Szymon Chojnacki, Bass
Schaffhauser Oratorienchor
Orchester Stringendo Zürich
Kurt Müller Klusman, Leitung

Karten: Vorverkauf: Abendkasse: CHF 70 / 55 / 45
Ab 15. Februar 2026 online unter www.oratorienchor-sh.ch oder
Schaffhauserland Tourismus, Vordergasse 73, Schaffhausen und
Tourist Office, Oberstadt 13, Stein am Rhein
60 Minuten vor Konzertbeginn in der Kirche
Lernende und Studierende mit Ausweis: CHF 30 / 20 / 15
Jugendliche bis 18 J. mit Ausweis: Freikarten in der 2. Kategorie

Bereits in jungen Jahren hat Felix Mendelssohn Bartholdy die geistlichen Werke der gros-
sen alten Meister kennen gelernt und sich – insbesondere mit der Wiederaufnahme der
Werke von Händel und Bach – die Welt der Oratorien erschlossen. So finden wir im Ora-
torium Paulus eine geniale Weiterentwicklung barocker Kompositionsmuster hin zu einem
epochalen Werk der Romantik.
Mendelssohn vollendete sein Oratorium Paulus 1836 als 27-Jähriger. Den Text hat er zu-
sammen mit Julius Schubring und Julius Fürst, einem protestantischen Theologen, zusam-
mengestellt und im Wesentlichen auf Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament
gestützt. Das Oratorium wurde an Pfingsten 1836 in Düsseldorf uraufgeführt, noch im
selben Jahr in englischer Sprache in Liverpool und in den folgenden zwei Jahren in über
fünfzig Städten. Ihm folgte eine Welle der Begeisterung.
Im ersten Teil, nach einer grossangelegten Choralfantasie über «Wachet auf, ruft uns die
Stimme», werden zunächst die Predigt, die Wundertaten und Visionen und schliesslich
die Steinigung des Stephanus geschildert. Der Christenverfolger Saulus wütet gegen die
Jünger und ihre Anhänger. Auf dem Weg nach Damaskus erscheint ihm jedoch Jesus. Sei-
ne Worte «Saul, was verfolgst du mich» werden für einen vierstimmigen Frauenchor – fast
wie ein Ruf aus mystischer Ferne – komponiert im Dialog mit dem erschütterten Saulus.
Nach dreitägiger Blindheit fällt es Saulus «wie Schuppen von den Augen». Er lässt sich tau-
fen und wird Verkünder der Lehren Christi. Der Chor begleitet diesen Wandel des Saulus
zum Paulus und beschliesst den ersten Teil mit der ergreifenden Fuge «O welch eine Tiefe
des Reichtums, der Weisheit und Erkenntnis Gottes».
Der zweite Teil des Oratoriums wird vom prächtigen Chor «Der Erdkreis ist nun des Herrn»
eröffnet und handelt von der Missionstätigkeit des Apostels Paulus in der hellenistischen
Welt. Paulus widerfährt nun selbst Hass und Verfolgung. Der Chor verkörpert einerseits die
Christenverfolger mit dem Aufschrei «Ist das nicht …, weg, weg mit ihm!» und der Forde-
rung, Paulus zu steinigen. Diesen ereilt beinahe das gleiche Schicksal wie Stephanus, es
gelingt ihm jedoch die Flucht. Andrerseits wechselt er innerhalb des gleichen Stücks im
Adagio-Teil seine Rolle. Im Dialog mit dem Solistenquartett ruft der Chor Jesus Christus an
mit der berührenden Bitte «Erleuchte die da sind verblendt, bring her, die sich von uns ge-
trennt, …». Das Oratorium endet mit einem überschwänglichen Gotteslob als Doppelfuge
«Nicht aber ihm allein, sondern allen, die seine Erscheinung lieben.».
Wir wünschen Ihnen ein unvergessliches Konzerterlebnis.